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So geht es bei der Ruag nicht mehr weiter

Die Verantwortlichen des staatlichen Rüstungs- und Industriekonzerns Ruag sind gefordert, die jüngsten Vorwürfe entschlossen und lückenlos aufzuklären. Zudem gilt es, den Konzern endlich wieder in ruhigere Gewässer zu führen.

 

 

Einmal mehr sieht sich das vom Bund kontrollierte Rüstungs- und Industrieunternehmen Ruag mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Ein Mitarbeiter des Munitions-Geschäftsbereichs habe quasi am Rande von offiziellen Treffen auf eigene Rechnung und ohne Wissen des Arbeitgebers Waffen verkauft und dabei auch noch Bestechungsgelder bezahlt. Dieser Verdacht wird nun von der Ruag selbst, der Bundesanwaltschaft und der russischen Antikorruptionsbehörde untersucht. Sollte er zutreffen, so handelte es sich um einen schweren Verstoss gegen interne Richtlinien und die Ruag-Compliance-Regeln, wie auch die Firma selbst schreibt. Das wäre eine schwere Niederlage, auch für den Konzernchef Urs Breitmeier. «Eine nicht nur rechtlich, sondern auch ethisch anstandslose Verhaltensweise ist für den Konzern von zentraler Bedeutung», so liess er sich 2016 in einer Medienmitteilung zitieren.

 

Doch zuallererst ist nun eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle nötig. Die Fakten in diesem verworrenen Fall müssen zusammengetragen werden. Hier scheint die Ruag mit geradlinigem Handeln und der zeitnahen Anzeige bei der Bundesanwaltschaft die notwendigen Schritte unternommen zu haben. Zudem hat immerhin die interne Whistleblower-Stelle funktioniert. Neben der Ruag überprüft auch die ebenfalls in die Vorfälle involvierte Bank Julius Bär die Vorwürfe. Sie scheinen nicht völlig aus der Luft gegriffen zu sein, schliesslich haben beide Unternehmen einen Mitarbeiter suspendiert. Dennoch gilt die Unschuldsvermutung und kann ein Urteil erst gefällt werden, wenn die Sachlage geklärt ist.

 

Eines dürfte jedoch schon jetzt klar sein. Insbesondere die Ruag muss wieder in ruhigere Gewässer geführt werden. Und die erste Voraussetzung dafür ist, dass man weiss, wohin die Reise zukünftig gehen soll. Der Bundesrat hat mit seinem Grundsatzentscheid zu einer Aufspaltung dazu einen ersten Beitrag geleistet. Als Nächstes sollte nun die Frage der Privatisierung beantwortet werden, und das möglichst zeitnah. Damit erhielten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Ruag verlässliche Leitplanken, wohin sie die Firma entwickeln sollen. Daraus lässt sich auch ableiten, welche Personen man für welche Position braucht.

 

In keiner der möglichen Welten aber, weder im Status quo, näher bei der Verwaltung, noch – was zu wünschen wäre – als privater Marktteilnehmer, sind Gesetzesverstösse tolerierbar. Ein Arbeitgeber kann zwar niemals vollständig ausschliessen, dass seine Mitarbeiter kriminell werden. Aber er hat dafür zu sorgen, dass das entsprechende Risiko im Rahmen des Geschäftsbetriebes minimiert wird. Die dafür nötigen Anstrengungen und Vorkehrungen gilt es dabei in beiden Welten, der Verwaltung und der Marktwirtschaft, selbstverständlich mit gleicher Intensität voranzutreiben.

 

Wenn der Bundesrat die Leitplanken neu gesteckt hat, ist eine wichtige Voraussetzung gegeben, um auch innerhalb des Betriebes wieder für mehr Ruhe zu sorgen. Dabei sollte insbesondere auch in der Führungsmannschaft wieder mehr Kontinuität Einzug halten.

 

Mit dem Verwaltungsratspräsidenten, zwei von fünf Divisionsleitern, den Verantwortlichen für die Rechtsabteilung, die Kommunikation und Cyber-Security haben 2017 viele Kadermitarbeiter die Ruag verlassen. Das kann nicht die Normalität und auch nicht im Sinne von Konzernchef Urs Breitmeier sein.

 

Es ist höchste Zeit, dass das Unternehmen nicht mehr mit Skandalen und negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht, sondern mit erfolgreichem und gesetzeskonformem Geschäften. Nun liegt es an den Ruag-Verantwortlichen, mit einer entschlossenen und lückenlosen Aufklärung der Vorwürfe die dafür notwendige Basis zu schaffen.

 

 

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