Corona Pandemie: Diese europäischen Länder haben einschränkende Massnahmen erlassen

Wo verbreitet sich Sars-CoV-2, wie viele Patienten haben sich erholt, und welche Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet? Die Daten zum Virus.

 

Am Freitag hat der Bundesrat neue Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus verkündet. Das öffentliche Leben in der Schweiz wird eingeschränkt, beispielsweise werden ab Montag landesweit die Schulen geschlossen. Diese Massnahmen sollen die Ausbreitung des Virus verlangsamen und vor allem verhindern, dass viele Menschen gleichzeitig erkranken und so das Gesundheitssystem kollabieren könnte.

Ein europäisches Land nach dem anderen hat in den vergangenen Tagen einschränkende Massnahmen erlassen. Die folgende Karte zeigt das Ausmass der Einschränkungen in Europa im Überblick:

 

 

Viele Länder haben den Notstand ausgerufen, dazu gehören Italien, Spanien, Bulgarien, Estland, Tschechien und die USA. Grenzkontrollen werden ausgebaut und Menschen in ihr Heimatland zurückgerufen.

Die bisherigen Massnahmen in vielen Ländern haben die Ausbreitung kaum stoppen können. So auch in der Schweiz: Schaut man sich die Ausbreitungsgeschwindigkeiten seit dem Tag an, an dem jeweils der hundertste Corona-Fall bekannt wurde, zeichnet sich in der Schweiz und in Deutschland aktuell eine ähnliche Entwicklung ab wie in Italien. In allen drei Ländern verdoppeln sich die registrierten Infizierungen etwa alle drei Tage. 

 

 

In Japan hingegen dauert es momentan rund eine Woche, bis sich die Fallzahl verdoppelt, in Singapur noch länger. Stand dieser Information ist der 13.3., diese Verdoppelungszahlen werden sich voraussichtlich ändern. Japan und Singapur haben relativ früh weitreichende Massnahmen beschlossen, zum Beispiel haben sie Schulen und Universitäten geschlossen. 

Die Kurve Südkoreas entwickelt sich ebenfalls anders als diejenige Italiens und flacht zusehends ab. Auch Südkorea hat früh Schulen geschlossen und führt seit Wochen viele Corona-Tests durch, um die Verbreitung genau nachzuvollziehen. 

Die zukünftige Entwicklung ist noch unklar: Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Kurven der Schweiz und Deutschland bald so abflachen, wie dies in Südkorea geschehen ist. 

Dass sich das Virus in der Schweiz relativ schnell verbreitet, schlägt sich auch in einer anderen Statistik nieder: Seit Mittwoch (11. 3.) zählte die Schweiz mehr bestätigte Coronavirus-Fälle pro Kopf als China. Während im Ursprungsland der Coronavirus-Ansteckungen 5,8 Fälle auf 100 000 Einwohner kommen, sind es in der Schweiz bereits rund 13 Fälle. Auch Dänemark, Norwegen, Spanien, Schweden, Slowenien und Estland sind seit kurzem stärker vom Virus betroffen als China.

 

Italien vermeldet momentan die höchste Zahl an infizierten Personen pro Kopf. Auf 100 000 Einwohner kommen 29 erkrankte Italienerinnen und Italiener. Auf Platz 2 folgt Norwegen mit knapp 19 bestätigten Fällen auf 100 000 Einwohner.

Die Zahlen beziehen sich nur auf die bestätigen Corona-Fälle in den jeweiligen Ländern. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiven Corona-Infizierten überall höher liegt. Wissenschafter der Universität Oxford haben die Testhäufigkeit in verschiedenen Ländern untersucht: Während Südkorea sehr viel testet, liegen die Schweiz und Italien etwa gleichauf, Dänemark kommt mit viel weniger Tests bereits auf ähnliche Fallzahlen wie die Schweiz. Für viele Länder fehlen solche Angaben jedoch.

 

Weil die Zahl der bestätigten Fälle in der Schweiz schnell wächst, rät der Bundesrat der Bevölkerung, die Hände gründlich zu waschen und aufs Händeschütteln zu verzichten. Er setzt zudem auf Social Distancing: Grossveranstaltungen sind verboten, und die Bürger werden dazu angehalten, Abstand voneinander zu halten und öffentliche Verkehrsmittel zu Stosszeiten wenn möglich zu meiden. Zahlreiche Unternehmen haben ihren Mitarbeitern bereits Home-Office verordnet.

Diese Massnahmen sollen dabei helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen: Wenn die Zahl der durchschnittlich von einem Infizierten angesteckten Personen um ein Drittel reduziert wird, verteilen sich die Infektionen auf einen breiteren Zeitraum, weniger Personen erkranken gleichzeitig, so dass das Gesundheitssystem weniger belastet wird.

 

Die Mehrheit der bestätigten Coronavirus-Fälle in der Schweiz betrifft Personen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das Amt hat für die Statistik die ersten 210 bestätigten Infizierungen unter die Lupe genommen. Aufgrund dieses Befunds sind erst wenige Personen in der Risikogruppe der über 75-Jährigen betroffen.

Die Massnahmen des Bundes – etwa das Verbot von Grossanlässen mit mehr als tausend Personen – zielen darauf ab, so lange wie möglich vor allem die ältere Bevölkerung zu schützen. Bei jüngeren Personen verläuft die Krankheit Covid-19 in aller Regel mild. 

 

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